Jodar Zerlegt Kovacevic: Pariser Rekord Nach 21 Jahren

Rafael Jodar hat Aleksandar Kovacevic in der ersten Runde der Roland Garros 2026 mit 6-1, 6-0, 6-4 in einer Stunde und 34 Minuten zerlegt und dem Amerikaner bei seinem Debüt beim Pariser Slam nur fünf Spiele überlassen. Der Spanier, neunzehn Jahre alt und ATP-Nummer 29, liefert die dominanteste Vorstellung eines Debütanten in Paris seit 2005, als Novak Djokovic bei seinem Erstauftritt drei Spiele an Robby Ginepri abgab.
Die Zahl wiegt schwerer als die Spielchronik. Kein Debütant in Paris hatte es seit jenem Nachmittag vor einundzwanzig Jahren geschafft, bei fünf Spielen oder weniger stehen zu bleiben. Jodar kommt zur Auslosung mit einer Saisonbilanz, die für sich spricht: Titel in Marrakesch im April, erste ATP-Trophäe für einen spanischen Teenager nach der Generation von Nadal, Alcaraz, Moya, Ferrero und Robredo, dann Viertelfinale in Madrid und Rom, wo er auch seinen ersten Sieg gegen einen Top-10-Spieler holte, gegen Alex de Minaur. Fünfzehn Siege und drei Niederlagen auf Sand im Jahr 2026, nachdem er Anfang 2025 noch Nummer 895 der Welt war.
In der zweiten Runde trifft er auf den Australier James Duckworth, die Nummer 82, der nach der Aufgabe von Diallo weiterkam. Auf dem Papier ist es die Art von Partie, die ein Spieler auf Jodars aktuellem Niveau ohne Aufregung erledigen muss, doch es ist auch das erste Mal, dass der Spanier in Paris mit dem Favoritenstatus antritt und nicht mehr als bloßes Versprechen.
Auffällig ist vor allem der Werdegang, mehr noch als das einzelne Ergebnis. Das spanische Tennis sucht in der Nach-Nadal-Ära nach einer kollektiven Identität, mit Alcaraz außerhalb des Radars bei diesen French Open, und findet einen Neunzehnjährigen, der auf Sand kaum verliert. Die Zahl, die man sich merken sollte, bleibt vorerst dieselbe: fünf Spiele über drei Sätze, einundzwanzig Jahre nach Djokovic.


