ITIA verschärft Anti-Doping: eine Stunde pro Tag, auch bei Turnieren

Ab Januar 2027 müssen Tennisspieler des Registered Testing Pool (RTP) jeden Tag ein 60-Minuten-Zeitfenster angeben, in dem sie für Dopingkontrollen erreichbar sind, auch während Turnieren. Das teilte die International Tennis Integrity Agency (ITIA) mit. Um die Umstellung zu bewältigen, verkleinert sie die Gruppe: Rund 80 % der Spieler, die heute im RTP sind, wechseln in einen erweiterten Testpool, für den die tägliche Stunde nicht gilt.
Hintergrund ist die Überarbeitung des Welt-Anti-Doping-Codes, die 2027 in Kraft tritt. Bisher galt im Tennis eine Ausnahme für den Wettkampf, die mit dem schwer planbaren Spielkalender der Profis begründet wurde. „Spieler, die im verkleinerten RTP bleiben, müssen wie Athleten jeder Sportart, die den WADA-Code anwendet, ein tägliches 60-Minuten-Fenster angeben, im Wettkampf wie außerhalb“, erklärte die ITIA.
Im Jahr 2026 gehören zum RTP unter anderem die Top 100 der Männer und die Top 100 der Frauen in der Einzelweltrangliste sowie die Top 10 im Doppel. Wer in der kleineren Gruppe bleibt, riskiert eine Sanktion, wenn er binnen 12 Monaten dreimal gegen die Meldepflichten verstößt, sei es durch fehlerhafte Angaben oder verpasste Kontrollen. Laut ITIA bleibt die Gesamtzahl der Spieler in beiden Pools auf dem heutigen Niveau, auch Häufigkeit und Umfang der Tests sollen sich nicht ändern. Auch wer in den erweiterten Pool wechselt, muss eine Probe abgeben, sobald ein Dopingkontrolleur es verlangt: Eine Verweigerung kann bis zu vier Jahre Sperre kosten.
Die neuen Regeln bringen zudem mehr Schutz bei Verunreinigungen durch Medikamente, Lebensmittel, Getränke oder Umwelteinflüsse sowie flexiblere Sanktionen bei einzelnen Fällen von Freizeitdrogen ohne Bezug zur sportlichen Leistung.
Im November erfahren die Spieler, welchem Pool sie zugeordnet wurden. Die ITIA veröffentlicht die einzelnen Zuordnungen nicht, von außen bleibt also unklar, wer das 60-Minuten-Fenster angeben muss.


