McEnroe Gegen Zverev: "Kein Druck? Absurd"

John McEnroe zerlegte öffentlich die Worte, mit denen Alexander Zverev die Anspannung am Vorabend des Roland-Garros-Finales herunterspielte: "BS, absurd, das ist ein unglaublicher Druck." Für den früheren Weltranglistenersten erlebt der Deutsche im Gegenteil den aufgeladensten Moment seiner Karriere: "Auf ihm lastet mehr Druck als bei jedem anderen Turnier, das er je gespielt hat, ganz sicher."
McEnroe legte dann den Finger in die Wunde, die Zverev seit Jahren mit sich trägt: "Er ist der beste Spieler in der Geschichte des Herrentennis, der noch nie ein Major gewonnen hat." Eine Beschreibung, die schwer wiegt, weil sie genau die Lage des Deutschen festhält, der bei drei verlorenen Slam-Finals ohne Berufung feststeckt: die US Open 2020 gegen Thiem, Roland Garros 2024 gegen Alcaraz nach einer 2:1-Satzführung und die Australian Open 2025 gegen Sinner.
Die fünfte Gelegenheit kommt unter den denkbar günstigsten Bedingungen. Mit dem verletzungsbedingt zurückgezogenen Alcaraz und dem früh aus dem Tableau ausgeschiedenen Sinner erreichte Zverev das Finale, ohne auf einen einzigen Top-25-Spieler zu treffen, und besiegte im Halbfinale Jakub Mensik mit 7:5, 6:2, 3:6, 6:3. Gegenüber wartet am Sonntag Flavio Cobolli, die Nummer 14 der Welt und zum ersten Mal in einem Major-Finale.
Genau deshalb lässt McEnroe keinen Spielraum: "Wenn er jetzt nicht gewinnt, weiß ich nicht, ob es ihm jemals gelingt." Es ist die Art von Satz, die ein Spieler am Vorabend lieber nicht hören würde, und die besser als jede Statistik erzählt, was dieser Sonntag in Paris für Zverev bedeutet.


