Night Session In Der Kritik: 450 Euro Für 87 Minuten Sabalenka

NewsJun 22 min
Night Session In Der Kritik: 450 Euro Für 87 Minuten Sabalenka

Aryna Sabalenka fertigte Naomi Osaka in einer Stunde und siebenundzwanzig Minuten 7-5, 6-3 auf dem Philippe-Chatrier ab, und genau diese wenigen Minuten entfachten die Kontroverse: Für die Night Session am Montag, dem 1. Juni — das erste Damenmatch unter Flutlicht in Paris seit drei Jahren — hatten manche Zuschauer bis zu 450 Euro für ein Ticket bezahlt. In den sozialen Medien und auf den Rängen wuchs der Frust derer, die sich noch vor zehn Uhr abends außerhalb des Bois de Boulogne wiederfanden.

Der Kontrast zum Rest des Tages machte den Unmut noch deutlicher. Ebenfalls am Montag hatte auf dem Suzanne-Lenglen Matteo Arnaldi Frances Tiafoe nach fünf Stunden und sechsundzwanzig Minuten Kampf mit 7-6(5), 6-7(5), 3-6, 7-6(3), 6-4 bezwungen, einer der längsten Marathons des Turniers. Derselbe Tag, Tickets in ähnlichen Preiskategorien, zwei Erlebnisse an den entgegengesetzten Enden: über fünf Stunden Tennis auf der einen Seite, kaum mehr als anderthalb Stunden auf der anderen.

Der Fall brachte die Debatte über das Format wieder an die Oberfläche. Die Organisatoren der French Open haben den Mangel an Damenpartien unter Flutlicht wiederholt damit verteidigt, dass Best-of-Three die von den Sendern geforderte Abendschiene nicht ausreichend fülle, während die Männer Best-of-Five spielen. Eine Single-Match-Night-Session hinterlässt beim Publikum, wenn sie in zwei schnellen Sätzen endet, das Gefühl, einen Preis für ein Großereignis für einen Bruchteil eines Abends gezahlt zu haben.

Das Problem ist nicht Sabalenkas Leistung, sondern vielmehr das für den Abend gewählte Modell. Eine Night Session, die auf einem einzigen Match aufbaut, lädt den gesamten Wert des Spektakels auf einen Ausgang ab, den niemand garantieren kann — und wenn dieser Ausgang nach siebenundachtzig Minuten feststeht, geht die Rechnung für jene auf den Rängen nicht auf.