Sabalenka und die Boykott-Drohung: Wimbledon gibt das Preisgeld am Donnerstag bekannt

NewsJun 92 min
Sabalenka und die Boykott-Drohung: Wimbledon gibt das Preisgeld am Donnerstag bekannt

Aryna Sabalenka hatte das unbequemste Wort der Tour schon in Rom ausgesprochen, am 6. Mai: "Ohne uns gäbe es kein Turnier, keine Show. Ich glaube, wir verdienen es, mit einem höheren Prozentsatz bezahlt zu werden." Und dann die Warnung: "Irgendwann werden wir es boykottieren. Ich habe das Gefühl, das wird der einzige Weg sein, um für unsere Rechte zu kämpfen." Diese Worte werden jetzt wieder aktuell, denn am Donnerstag, dem 11. Juni, werden die Veranstalter von Wimbledon auf einer Pressekonferenz das Preisgeld der Ausgabe 2026 vorstellen.

Im Mittelpunkt steht eine konkrete Forderung: Die Top-Spieler verlangen, dass 22% der Einnahmen der Slams in das Preisgeld der Spieler fließen. Der Abstand zur aktuellen Realität ist groß. Bei den French Open 2026 nahmen die Athleten rund 14,9% der geschätzten Einnahmen ein, weniger als die 15,5% von 2024. Wimbledon hatte 2025 53,5 Millionen Pfund ausgeschüttet, etwa 72 Millionen Dollar, weniger als 13% der Einnahmen. Um auch nur die 16% zu erreichen, müsste das Turnier das Preisgeld auf rund 70 Millionen Pfund anheben.

Der Druck ist nicht isoliert. An der Seite von Sabalenka haben sich die Nummer eins der Welt Jannik Sinner, Coco Gauff, Elena Rybakina, Jasmine Paolini und Iga Swiatek gestellt, wobei Larry Scott in die Vertretung der Spieler eingebunden ist. Es ist eine übergreifende Front, sowohl bei den Herren als auch bei den Damen, die bei einem wirtschaftlichen Thema selten so geschlossen aufgetreten ist.

Die 139. Ausgabe der Championships wird vom 29. Juni bis zum 12. Juli ausgetragen. Die Veranstalter des All England Club wollen laut Gerüchten Proteste mit einer Rekorderhöhung des Preisgeldes vermeiden. Wie hoch sie ausfallen wird, erfährt man erst am Donnerstag. Aber es ist klar, dass die angekündigte Summe nicht als bloße Zahl gelesen wird, sondern als erste Antwort an jene, die zum ersten Mal die Möglichkeit ins Spiel gebracht haben, nicht auf den Platz zu gehen.