Das ATP-Ranking zeigt ein neues Gesicht

Flavio Cobolli zieht zum ersten Mal in die Top 10 des ATP-Rankings ein. Der Finalist von Roland Garros klettert vier Plätze auf Rang 10 mit 3.540 Punkten und wird damit zum siebten Italiener in der Ära des computergestützten Rankings, der den Klub der besten zehn erreicht, nach Panatta, Barazzutti, Fognini, Berrettini, Sinner und Musetti.
In Paris erzählt das neue Ranking vor allem eine italienische Geschichte. Neben Cobolli gelingt Matteo Arnaldi der spektakulärste Sprung des Montags: siebzig Plätze gewonnen bis auf Rang 34, das Ergebnis eines Laufs bis ins Halbfinale — erreicht durch einen Sieg gegen Berrettini, der im Viertelfinale aufgab — der dann durch eine Grippe gestoppt wurde, die ihn ausgerechnet gegen seinen Landsmann Cobolli zur Aufgabe zwang. Für einen Spieler, der 2026 mit acht Niederlagen in den ersten zehn Spielen begonnen hatte, ist es eine komplette Wiedergeburt.
Ebenfalls aufwärts geht es für Jakub Mensik, der das erste Slam-Halbfinale seiner Karriere erreichte: Der Tscheche gewinnt zehn Plätze bis auf Rang 17. An der Spitze bleibt das Podium unverändert, mit Jannik Sinner als Nummer eins, Carlos Alcaraz als Zweitem und Alexander Zverev als Drittem, belohnt durch den auf dem Centre Court gewonnenen Titel, aber nicht durch einen Sprung im Ranking. Weiter hinten zahlen manche die Rechnung: Novak Djokovic, in der dritten Runde ausgeschieden, rutscht auf Rang 7 ab, während Felix Auger-Aliassime sein bestes Ranking erreicht und auf den vierten Platz aufsteigt.
Es ist bemerkenswert, wie ein einziges Turnier die Hierarchien im Mittelfeld neu zeichnen kann. Zwischen Cobolli, der zum ersten Mal an die Tür der Großen klopft, und Arnaldi, der in zwei Wochen den über Monate verlorenen Boden wieder aufholt, verlässt der italienische Tennissport Paris mit einer Dichte an der Spitze, die er nie zuvor hatte.


