Kyrgios Wieder Spielberechtigt: Einmonatige Sperre Bereits Verbüßt

Nick Kyrgios darf wieder spielen. Die International Tennis Integrity Agency hat anerkannt, dass sein Kokainkonsum außerhalb des Wettkampfs stattfand, und den Fall mit einer einmonatigen Sperre abgeschlossen, die bereits verbüßt ist: Die vorläufige Sperre war am 4. August 2026 in Kraft getreten und endete am 3. September.
Die Probe stammt vom 22. Juni, vom ATP-250-Turnier von Mallorca, wo der Australier in der ersten Runde ausgeschieden war. Das Labor wies darin Benzoylecgonin nach, ein Abbauprodukt von Kokain. Den ITIA-Ermittlern erklärte Kyrgios, er habe es in den Tagen vor dem Turnier bei einem geselligen Abend zu Freizeitzwecken konsumiert, und ein unabhängiger wissenschaftlicher Gutachter beurteilte diese Darstellung als vereinbar mit den in der Probe festgestellten Werten.
Das WADA-Reglement sieht für Missbrauchssubstanzen, die außerhalb des Wettkampfs eingenommen werden, eine dreimonatige Sperre vor, reduzierbar auf einen Monat, wenn der Spieler ein zugelassenes Behandlungsprogramm annimmt. Kyrgios hat das getan. Er verliert die 6.570 Euro Preisgeld von Mallorca: Punkte gab es nicht zu streichen, eine Erstrundenniederlage bei einem ATP 250 bringt keine. Wäre der positive Befund als im Wettkampf erfolgt eingestuft worden, hätte die Sperre bis zu vier Jahre betragen können.
"Ich habe einen riesigen Fehler gemacht und übernehme dafür die volle Verantwortung",
erklärte der 31-Jährige in seiner Stellungnahme.
"Ich entschuldige mich bei meinen Fans, meiner Familie, meinen Sponsoren und allen Menschen, die mir nahestehen. Vor allem tut es mir leid für die Kinder, die mir folgen."
Er berichtete, sich nach ein paar Jahren voller Verletzungen, die ihn körperlich und mental zermürbt hätten, "hilflos und allein" gefühlt zu haben, betonte aber, dass dies nichts rechtfertige, und kündigte 28 Tage ohne soziale Medien an.
In den vergangenen zwei Jahren hatte Kyrgios zu den schärfsten Kritikern gehört, wenn es um den Umgang des Tennissports mit Doping ging, von den Fällen Sinner und Swiatek bis zu den achtzehn Monaten Sperre für seinen Landsmann Max Purcell. Jetzt sitzt er selbst auf der anderen Seite des Tisches und kommt mit der im Regelwerk vorgesehenen Mindeststrafe davon.


